In Puerto Plata

Paddeln an Traumspots, kulinarische Highlights und ein natürlicher Supermarkt

Die Nordküste der Dominikanischen Republik bietet Vielfalt, Traumstrände und tolle Spots für die unterschiedlichsten Wassersportarten. Der SUPmatrose (https://supmatrose.de), wie sich der Blogger Thomas Pfannkuch im Netz nennt, war in Cabarete und hatte vor allem eines vor: Das Land von einem Stand Up Paddling Board zu erleben.

Cabarete – Aloha und Hang Loose im Surfer-Ort

Cabarete ist bekannt als ausgezeichnetes Surf-, Windsurf- und Kite-Revier. Entsprechend entspannt lebt es sich hier. Dies stelle ich auch gleich nach meiner Ankunft fest: Surfbretter unterm Arm, Kite-Schirme auf dem Rücken. Mit Dreadlocks und Flip-Flops am Strand entlang schlendern. Am Abend tobt das Leben am Strand bei einer Beachvolleyball-Session oder einem leckeren Cocktail. Aber auch die Bars laden etwa mit Jam-Sessions und Happy Hours ein. Der ganze Ort lebt eben von seinem lässigen Surfer-Charme.

Am ersten Tag in Cabarete begebe ich mich auf Entdeckungsreiche entlang der viel befahrenen Küstenstraße, die die Provinzhauptstadt Puerto Plata mit Rio San Juan weiter östlich verbindet und direkt durch Cabarete führt. Cabarete liegt lang gezogen in einer Bucht, neben der Hauptstraße gibt es nur eine Handvoll Seitenstraßen. Das gesamte Leben spielt sich daher am Strand oder entlang der Hauptstraße ab. Supermärkte, Banken, Souvenirläden, Surfgeschäfte, Obstläden, Bars und Restaurants: alles ist hier zu finden. Die kleinen, bunten Häuser vermitteln karibischen Charme, Stromleitungen hängen kreuz und quer über der Straße, darunter knattern die Motorräder.

„Coconut? Coconut?“ ruft es täglich am Strand. Einheimische wissen es – und die Touristen lernen schnell – wer da entlangläuft: Es ist Capito, der nur „Coconut Man“ genannt wird. Angeblich verkauft er die besten und frischesten Kokosnüsse. Mit einer oder mehreren frisch geernteten, außen grün-bräunlichen Köstlichkeiten sieht man Capito täglich von früh bis abends am Strand. Er ist aber nicht der einzige Strandverkäufer: Ob Sonnenbrillen, Obst, Souvenirs oder Massagen, die freundlichen Damen und Herren mit offizieller Verkaufslizenz, die man an ihren blauen Hemden erkennt, verkaufen einfach alles. Doch ich bin ja nicht in Cabarete, um faul auf der Sonnenliege zu liegen – ich möchte das Land vom Wasser aus erkunden und die besten Welle der Bucht von Cabarete surfen.

SUP-Spot Nordküste der Dominikanischen Republik – Vielfalt pur

Wunderschöne Strände mit Palmen und türkisfarbenes Wasser, Sonnenschein und warme Temperaturen – die perfekte Kombination für Spaß in und auf dem Wasser! Also nichts wie los, Stand Up Paddling Board und Paddel schnappen und schon kann es losgehen.

Der erste SUP-Spot liegt direkt vor Cabarete: Ein Riff, gut 800 Meter vom Strand entfernt erzeugt schöne, gleichmäßige Wellen. Mit einer Höhe von 2 bis 4 Fuß sind die Wellen perfekt für Stand Up Paddling – sowohl SUP-Surf-Anfänger als auch -Fortgeschrittene haben dort ihren Spaß. Die beste Zeit ist von Sonnenaufgang bis zum späten Vormittag, da danach häufig der Wind auffrischt und die Kiter sowie Windsurfer das Meer für sich beanspruchen. Obwohl ich noch vor der offiziellen Frühstückszeit von meiner Unterkunft der Villa Taina starte, versorgen mich Audrey und Jens von der SUP- und Windsurf-Station Vela Cabarete mit backfrischen Croissants.

An einem Morgen starten wir an dem uns schon sehr gut vertrauten SUP-Spot, um anschließend immer entlang der Küste Richtung Westen zum über die Dominikanische Republik hinaus bekannten Surf-Spot „Playa Encuentro“ zu paddeln. Auf den gut 10 Kilometern zwischen Cabarete und unserem Ausstieg surfen wir verschiedene Wellen. Ein toller Start in den Tag!

Aber nicht nur allein auf dem eigenen Board macht es in der Welle Spaß: An einem windstillen Nachmittag nutzen wir die Gelegenheit, um mit dem Big SUP in die Welle zu gehen: vier Leute auf dem Board und einer hinten als „Motor“ und „Ruder“. Wir paddeln eine Welle nach der anderen an, surfen diese und haben zusammen Spaß.

Neben Cabarete hat die Nordküste der Dominikanischen Republik aber weitere schöne Strände zu bieten, die entdeckt werden wollen. Also laden wir unsere SUP-Boards auf den Pickup und fahren gut eine Stunde östlich. Unser erstes Ziel: die Lagune Dudu, die wenige Kilometer entfernt von Cabrera liegt. Das Ausflugsziel ist wenig bekannt aber sehr lohnend. Umrahmt von gut 10 Meter hohen Felsen laden zwei Lagunen zum Baden, entspannen und entdecken ein. Wir wollen dort aber paddeln gehen.

Die Kassiererin sieht uns leicht verdutzt an, als wir unsere SUPs vom Pickup nehmen und durch den schmalen Eingang tragen. Zum ersten Wasserloch geht es eine schmale Treppe mit einigen Kurven hinunter. Unten angekommen erwartet uns klares Wasser und eine tolle Höhle. Wir nutzen die beeindruckende Kulisse für ein kurzes Fotoshooting und machen uns dann auf zur zweiten, größeren Lagune. Auch dort lassen wir die SUPs zu Wasser. Den Spaß bietet dort aber etwas anderes: Vor dem kühlen Nass wartet eine Seilbahn und ein Sprung aus rund 10 Metern Höhe.

Wenige Kilometer weiter kann man dann wahrlich von einem „Traumstrand“ sprechen: Wie der Name schon verrät ist die „Playa Diamante“ ein wahrer Diamant. Bereits bei der Anfahrt kann bereits der spektakuläre Blick auf die Lagune genossen werden. Feiner weißer Sand und türkisfarbenes Wasser erwarten uns. Zwei Felsenformationen schützen die traumhafte Bucht, die zudem von hohen Bäumen und Palmen eingerahmt wird. Von Türkis verläuft das Wasser harmonisch in das Blau des Atlantiks. Abgerundet wird die beeindruckende Kulisse durch ein altes, buntes Fischerboot, das bereits seit mehreren Jahren verlassen auf der Sandbank liegt.

Dann machen wir uns auf zu den nächsten schönen Stränden: Playa Grande und Playa Preciosa, die nur durch einen Felsvorsprung getrennt sind. Beide bieten bei passendem Swell hervorragende Wellen zum Surfen. Ganz besonders ist aber der Service an der Playa Grande: Die Kellner bringen nämlich Tische und Stühle genau dorthin, wohin sie der Besucher haben möchte – direkt an den Strand oder unter die großen Palmen. In kleinen Kochhütten, versteckt im Wald, werden dann die verschiedensten Köstlichkeiten zubereitet: gegrillter Fisch, Oktopus in Tomatensoße oder mit Knoblauch, Muschelfleisch mit Tomate und Avocado, frittierte Kochbanane oder Avocado-Salat. Ein Gericht leckerer als das andere. Zum Abschluss eines tollen Tages gönnen wir uns dann noch eine frische Pina Colada – serviert in einer geöffneten Ananas. Wenn du einen Traumtag in der Sonne am Strand verbringen willst, dann ist dieser an der Playa Grande und Playa Preciosa garantiert.

SUP-Tour mit Besuch in Ruddys „natürlichem Supermarkt“

Ein ganz besonderes Erlebnis bietet die „Lagunen-Tour“, die die SUP-Station Vela Cabarete regelmäßig anbietet. Vier Kilometer östlich von Cabarete starten wir auf einem kleinen Seitenarm des Flusses „Rio Sabaneta de Yassica“. Nach der Mündung geht es auf dem breiten Strom noch rund einen Kilometer weiter, bevor auf der rechten Seite die Bar von Wilson erreicht wird: Eine aus Holzbalken zusammengezimmerte Bude dient als Restaurant und Aufenthaltsraum. Davor laden unter einem Dach bunte Holzbänke zum Ausruhen bei einem kühlen Drink ein. Ich beobachte, wie ein Mitarbeiter gerade einen frisch gefangenen Fisch entschuppt.

Das Highlight dieser Tour wartet aber am Ende: ein Besuch bei Ruddy in seiner weitläufigen Lodge mit einem über zwei Stockwerke aufgebauten Baumhaus. In einer dahinter liegenden Hütte befindet sich eine kleine Küche, in der Ruddy mit seinem Team leckere Speisen für die Gäste zubereitet. Uns serviert er gegrillte Hähnchenkeule mit Reis, Bohnen und Pommes vom Brotfruchtbaum sowie gegarten Fisch. Während wir unseren Blick aus dem Baumhaus über die Landschaft schweifen lassen und eine frische Kokosnuss genießen, erzählt Ruddy, dass er als neues Projekt ein Haus aus Schilf bauen will, in dem Gäste übernachten können.

Anschließend nimmt Ruddy uns mit auf eine Tour durch seinen weitläufigen Garten, der aber weit mehr als ein Garten ist. Es ist ein „natürlicher Supermarkt“, in dem vieles wächst, was man sonst nur im Supermarkt findet. Ruddy zeigt uns, wie Zimt, Nelke, Vanille und Zitronengras angebaut werden. Er legt einen Stopp bei Blutorange, Papaya, Granatapfel, Hibiskus und der Drachenfrucht ein und hat zu jeder Frucht eine interessante Information für uns. Gegen welche Krankheit hilft was? Wie lange wächst etwas, bis es erntereif ist? Ruddy, der einige Jahre in Deutschland gelebt hat und daher sehr gut deutsch spricht, ist ein wandelndes Gesundheits- und Botanik-Lexikon. Beeindruckend.

Zusätzliche Tipps für deinen Karibik-Urlaub in Cabarete

  • Handwerkskunst erleben
    Die Zigarrenfabrik „Espigon“ liegt direkt im Ortszentrum Puerto Platas. In dem kleinen Laden kann die Produktion der Zigarren live verfolgt werden. An drei Tischen wird zunächst der Innenteil aus verschiedensten Tabakblättern hergestellt. Die Mischung der Blätter sorgt für den einzigartigen Geschmack. Anschließend werden die Innenteile in einer Presse 45 bis 60 Minuten gepresst und somit verdichtet. Im letzten Produktionsschritt wird der Außenteil um den Innenteil gewickelt. 30 verschiedene Zigarren stellt Espigon her. Da sie nur in dem kleinen Laden verkauft werden, sind sie ein nettes Mitbringsel. Wer darüber hinaus sehen möchte, wie Rum hergestellt wird, kann die Rumfabrik von Brugal am östlichen Stadtende besichtigen.
  • Karibische Botanik
    Hoch über Puerto Plata bietet der Nationalpark Isabel de Torres einen hervorragenden Einblick in die Flora und Fauna der Karibik. Auf den 793 m hohen Hausberg gelangt man bequem mit der einzigen Seilbahn der Karibik. Oben erwartet einen eine gut 20 Meter hohe Christus-Statue, die dem bekannten Monument in Rio de Janeiro nachempfunden ist. Im weitläufig angeschlossenen botanischen Garten hat man einen wunderbaren Blick auf die Nordküste und auf Puerto Plata und kann dabei unbekannte Pflanzen kennenlernen und den ein oder anderen Gecko beobachten.
  • Pizzeria „La Chabola“
    Vor allem mittwochs lohnt ein Besuch im „La Chabola“: Zur Open-Mic Jam-Session kommen die besten Musiker des Ortes zusammen, um gemeinsam zu musizieren und karibische Stimmung zu verbreiten. Von Merengue über Bachata, Reggaeton und Salsa werden alle karibischen Musikrichtungen angestimmt. Das Highlight von „La Chabola“ ist aber der große, rot angestrichene Steinofen, in dem die leckeren Pizzen gebacken werden.
  • Restaurant in Alis Surfcamp
    Auf einem großen Grill wird in Alis Surfcamp die Spezialität des Hauses zubereitet: „Churrasco“. Neben der normalen Portion (ein großes Steak) wird auch eine XXL-Version angeboten, bei der zusätzlich noch zwei kleine Steaks zusammen mit Bratkartoffeln serviert werden.
  • „La Casita de Papi“
    Das Restaurant ist eine Institution und berühmt für seine sensationellen Schrimps- und Langostino-Gerichte – und bietet dazu eine „hollywoodreifen Historie“. Der Friseur der US-amerikanischen Schauspielerin Glenn Close reiste nach Cabarete, kaufte einst das Restaurant von „Papi“, der schwer krank war und kurze Zeit später starb. Papi verkaufte aber nicht nur das Restaurant, sondern auch das bis dahin gut gehütete Rezeptbuch mit allen Geheimnissen und Raffinessen. Die Tradition dieses Restaurants wird bis heute nach Papis Vorstellungen weitergeführt.

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